Diese Geschichte enthält mehrere Teile.
Lesen Sie hier die anderen Teile:
Intro
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7
Teil 8
Teil 9
Teil 10
Teil 11
Teil 12
Es ist ein Jahr her, seit mein Vater, als der letzte seiner Generation, gestorben ist. Als nur 8 Monate später mein Bruder, der erste unserer Generation, stirbt, wird das Leben sehr relativ.
Wenn ich hier und jetzt in meinem Buch arbeite, in der Zeit, in der wir geboren werden, ist es nur in meinem Wissen vorstellbar, dass er nicht mehr da ist, überhaupt nicht in meinem Gefühl.

Papa lernte Mama als August kennen, aber Mama war in 1951 auch schon August. Sie lebte in Aachen und ihr Karnevalsverein war ‘Die löstige Elsässer Jonge’.

Mama war eine fanatische Karnevalistin, schrieb Buuttereden und rezitierte sie auch. Feierte Straßenkarneval und war viele Male als ‘Einzelgänger’ sowie mit Gruppen im Karnevalszug. Die Faschingsliebe konnte sie mir nicht vermitteln, aber der August hatte lange Zeit etwas Magisches für mich.
Mama hat den kleinen Augustanzug für Misja, unsere Erstgeborene und ihr erstes Enkelkind, gemacht. In vierter Generation habe ich das Kostüm an Melanie und Quinn weitergegeben, wo das Karneval-Blut stärker durch fließt über meine Schwester Marion.
Technisch:
Die gefilzte Seite wird mit ‘Free Motion Quilting’ gearbeitet. Dieses Thema behandle ich in Teil 3 von „Mein Lieblingsstickstichebuch“. Für mich fallen die Dinge, die ich in verschiedenen Bereichen mache, immer ineinander. Wenn ich mich auf diese Lektion vorbereite und eine neue Seite in meinem Erinnerungsbuch gestalte, lasse ich es zusammenfallen. Das fühlt sich an wie es sein sollte und macht mich froh.

Nach der Heirat wohnen Mama und Papa bei Opa und Oma in der Prins Bernhardstraat. Dort lebe ich auch die ersten 9 Monate meines Lebens.

In dem kleinen Wohnzimmer wird mir liebevoll Platz gemacht. Die gestickte Wanddekoration über dem Schrank mit der Waage (die ich noch habe) muss Mama selbst gemacht haben. Wenn ich etwas größer werde, ersetzt der Laufstall das Kinderbett mit dem Hochstuhl daneben.
Tatsache bleibt, dass du viel mehr siehst, wenn mann die Fotos, die hier zu sehen sind, viel genauer betrachtet. Wenn ich nach Fotos von der Tentstraat suche, füge ich zunächst auch die Fotos von der Prins Bernhardstraat hinzu. Aber wenn ich mir genau ansehe, wie die Zimmer eingerichtet sind und wie alt ich wohl bin, sehe ich, dass es noch bei Opa und Oma sein muss. Und dann ist es sehr schön, dass ich so etwas bei meiner großen Schwester (Nichte) Rita verifizieren kann.
Ich finde dieses Zusammenkommen der Puzzleteile spannend und macht Spaß.
Im April 1960 ziehen wir in die Tentstraat 48. Für mich ein Ort mit wunderbaren Kindheitserinnerungen.

Ich habe hier nur wenige direkte Erinnerungen an Mama hier. Auf dem Foto sehe ich schon die Lego-Häuser, von denen Mama jede Woche ein neues gebaut hat und an die ich mich eigentlich nur von später erinnere. Mama hat hier in kurzer Zeit 3 weitere Kinder bekommen und ich war schon gross. Ich ging hinaus in die weite Welt, ging mit Papa in den Garten, wo er da schon eine Mühle und Zwerge hatte. Wo ich in hohe Nesseln fiel und Mama mich von Kopf bis Fuß mit Talkumpuder bedeckte. Mit Opa Meijers und Lassie spazieren gehen, vorbei an Kornblumen- und Mohnblumenfeldern und einem weißen Butterbrot mit gute Butter und Zucker, wenn wir heim kamen.




Erledige Besorgungen im Lebensmittelgeschäft Lark. Spielen mit Marion, Lillian und Ellen. Metzgerei Cox, wo du ein Stück Wurst bekommen hast und ach so eine schöne Kindergartenzeit in der Pauluskerk mit Schwester Elisabeth und Schwester Josefa.
Ich habe gute Erinnerungen an die rote Bank. Und wenn ich etwas Ähnliches für unsere renovierte Küche suche, finde ich diese etwas kleinere, aber ansonsten die gleiche Bank. Und schau, wo Frans und ich ungefähr 1963 für das Foto posieren, posieren Sophie und Odin 2022 am selben Ort. Das Leben geht weiter und ich nehme gerne Erinnerungen mit.

Ein gemütliches Häuschen, selbst genähte und gestrickte Klamotten. Ein Holzofen, Helfen beim Bügeln von Taschentüchern. Ohne Fernsehen.
Hier war der Keim einer Einfachheit, die ich immer noch sehr liebe.

Als Jan im November 1964 geboren wird, platzt das Haus aus allen Nähten und es wird Zeit, ins ‘t Berresje’ in der Bloemendalstraat zu ziehen.


5 Antworten auf „Erinnerungen an meine Mutter – Teil 11“
Wie herzergreifend liebe Annemie 🤗
Danke dir liebe Maria!
Hallo liebes das hast du aber schön gemacht ich wünsche dir einen schönen Tag
Liebe tante Kethie, es freut mich sehr dass du hier reagiert hast. Danke auch sehr für die informationen die du mir geben konntst aus eure gemeinschaftliche Zeit mit Onkel Leo, papa und mama. Ich drücke dich, liebe Grüsse, Annemie
Hallo liebes das hast du aber Wunderschön gemacht ich wünsch dir noch einen schönen Nachmittag 💗😆viele liebe grüsse..